Schloss Lichtenberg
Die südhessische Gemeinde Fischbachtal im Odenwald ist Heimat des Schlosses Lichtenberg. Das Schloss liegt auf einer Anhöhe und wacht von 278 m Entfernung über den Ortsteil Lichtenberg. Aus Überlieferungen geht hervor, dass die Burg im 12. Jahrhundert durch die Grafen von Katzenelnbogen erbaut wurde. Nach dem Tod des letzten Grafen eroberten die Landgrafen von Hessen die Burg und erweiterten sie mit einem starken Bollwerk, wodurch die Sicherheit und die Verteidigung der Burg verbessert wurden. Durch den Steinmetzmeister Jakob Kesselhuth wurde das Schloss Lichtenberg zu einem Renaissanceschloss umgebaut und diente für viele Schlösser in Hessen als architektonisches Vorbild. Im Dreißigjährigen-Krieg diente das Schloss als Zuflucht für die Landgrafenfamilie. Das Schloss wurde niemals eingenommen und blieb auch weitgehend von Zerstörungen verschont.
Heutzutage bietet das Schloss Besuchern und Gästen die Möglichkeit, interessante Einblicke in die lange Geschichte der Burg und der Region zu erhalten. Das hauseigene Museum verfügt über verschiedene Ausstellungen zu unterschiedlichen Themengebieten. In der Schausammlung zur Geschichte des Odenwalds werden Geräte und Werkzeuge von Bauern und Handwerkern der damaligen Zeit präsentiert. Im Kaisersaal des Schlosses stellt der hiesige Odenwaldmaler Johannes Lippmann regelmäßig seine Werke der Odenwalder Landschaft aus. Eine besondere Attraktion des Schlosses sind aber die unterschiedlichen Dioramen mit einzigartigen Zinnfiguren. Diese Schaubilder sind eine Sehenswürdigkeit für jung und alt. In ihnen werden historische Szenen dargestellt und dabei die Geschichte der Region nacherzählt.
Wer das Schloss einmal auf ganz besondere Weise erkunden und erleben will, der kann sogar gewisse Teile zu Wohnzwecken mieten. Dies ist seit den fünfziger Jahren für Privatpersonen möglich. Daraus resultiert aber leider auch, dass nicht alle Teile des Schlosses besichtigt werden können. Der älteste Teil des Schlosses, der Marstall und die Zehntscheune, stehen daher für Besichtigungen nicht zur Verfügung. Die frei zugänglichen Räume und Plätze des Schlosses werden dafür aber für eine Vielzahl unterschiedlicher Zwecke genutzt. Aufgrund seiner ausgezeichneten Akustik wird der Kaisersaal regelmäßig für die Lichtenberger Schlosskonzerte verwendet. Aber auch private Feiern, wie z.B. Geburtstage oder Hochzeiten, sind in den Räumlichkeiten des Westflügels möglich. Im angrenzenden Schlosspark können Besucher ausgiebige Sparziergänge unternehmen und dabei die einzigartigen Natur genießen. Das Land Hessen arbeitet darüber hinaus gerade an der Sanierung und der Verschönerung des Schlossparks.
Auch für die kleinen Besucher werden im Schloss viele Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten. Im ehemaligem Wachturm „Christkindlhaus“ werden jedes Jahr einzigartige Weihnachtsprogramme für Kinder veranstaltet. Besonders beliebt ist bei den jüngeren Gästen auch die Sammlung historischer Spielsachen. Es können Spielsachen aus längst vergangenen Tagen bestaunt und teilweise auch benutzt werden. Die Große Sammlung von Schaukelpferden sorgt bei den Kindern immer wieder für Begeisterung.
Für das leibliche Wohl wird im sogenannten Rentheygarten gesorgt. Eine ortsansässige Gaststätte bewirtet dort die Gäste. Speziell in den warmen Sommermonaten wird der Rentheygarten als Biergarten genutzt. Durch die hohe Lage des Schlosses lässt sich vom Rentheygarten aus die gesamte Region überblicken. Besuchern bietet sich ein einzigartiger und unvergesslicher Ausblick. Nicht nur deshalb darf das Schloss Lichtenberg in einer Besichtigung der wichtigsten Schlösser in Hessen nicht fehlen.