Schloss Braunfels
Im mittelhessischen Landkreis Lahn-Dill lässt sich westlich des Kurortes Braunfels das Schloss Braunfels finden. Die ehemalige Verteidigungsburg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zwar lässt sich das genaue Datum der Errichtung leider nicht mehr feststellen, allerdings wurde das Schloss unter dem Namen Castellum Bruninvels 1246 erstmals schriftlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Schloss immer weiter ausgebaut und erweitert. Im 14. Jahrhundert wurden z.B. Ringmauern und Verteidigungstürme angebaut. Die Burg wurde daher immer mehr zu einer Festung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss Braunfels dennoch durch die vielen Angriffe stark beschädigt. Erst um 1840 ließ Fürst Ferdinand das Schloss renovieren und nach den Vorstellungen der romantischen Epoche umbauen. Das Schloss erhielt dadurch das Bild einer unwirklichen Burg, die es in dieser Form im Mittelalter nicht gegeben hat.
Die Architektur des Schlosses kann als heterogen bezeichnet werden. Die Kernburg aus dem 13. Jahrhundert bildet zusammen mit einem Grenzwartturm, dem Bergfried, dem Palas und der Schildmauer immer noch den Mittelpunkt des Schlosses.
Umgeben wird das Schloss durch verschiedene Anlagen. Erwähnenswert ist der fürstliche Tiergarten. Dieser wurde 1704 durch den Grafen Wilhelm Moritz zu Solms-Braunsfels angelegt. In dem circa 70 Hektar großen Gebiet lassen sich Wildschweine, Damhirsche und Mufflons (eine Art Wildschaf) finden. Bei der täglichen Fütterung der Tiere dürfen Besucher des Schlosses helfen.
Das Schloss Braunfels bietet für Besucher und Touristen viele Attraktionen und Möglichkeiten zur Besichtigung der Burg. Es werden sechs verschiedene Arten von Führungen angeboten. Es sind von einer einfachen Schlossführung, über Familienführungen bis hin zu museumspädagogischen Führungen für jeden Geschmack Angebote vorhanden. Die sogenannte Meisterführung bietet aufbauend auf der Schlossführung einen erweiterten Einblick in die Geschichte der Burg. Dabei können Teilnehmer eigene Wünsche über spezielle Themengebiete äußern. Diese werden dann Inhalt der Führung. Die Mundartführung ist speziell für Besucher gedacht, die Grundkenntnisse der hessischen Sprache besitzen. Hier wird in traditioneller hessischer Sprache das Schloss vorgestellt.
Wer sich eigenständig mit dem Schloss vertraut machen will sollte das fürstliche Familienmuseum besuchen. Die einzigartige Sammlung der einzelnen Fürsten und Grafen kann hier betrachtet werden. Prunkgewehre, Lanzen und Hellebarden sind ebenso zu finden wie längst vergangene Musikinstrumente der ehemaligen Musikkapellen. Ein besonderes Ausstellungsstück ist der Originalbrief von Kaiser Karl VII. an den Grafen Friedrich Wilhelm zu Solms-Braunfels. In diesem Brief wurde der Graf durch den Kaiser in den Fürstenstand erhoben. Die weiblichen Besucher des Schlosses dürften sich für die außergewöhnliche Garderobe der Fürstinnen und Prinzessinnen interessieren. Das Familienmuseum stellt eine Vielzahl alter Kleider und Schmuckstücke aus.
Auch für die Versorgung der Besucher wird im Schloss Braunfels ausreichend gesorgt. Das „Café im Schloss“ bietet für Gäste aller Alterskategorien verschiedene Angebote. Darüber hinaus kann von der Terrasse des Cafés ein herrlicher Ausblick über die Region um Braunfels genossen werden. Gewisse Teile des Schlosses können darüber hinaus für private Feste und Feiern gemietet werden. Die Burg ist regelmäßig Schauplatz für romantische Hochzeiten und unterhaltsame Kindergeburtstage. Wenn man Schlösser in Hessen besucht, sollte unbedingt das Schloss Braunfels besichtigt werden. Es lässt sich eine perfekte Mischung aus Geschichte, Bildung und Unterhaltung finden.